08.07.2010 Deutschland im Fußballfieber - Bundesregierung erhöht Beitragssatz
Fest steht: Gesundheit wird teurer. Der Beitragssatz steigt ab 1.1.2011 von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Arbeitgeberbeitrag soll dann auf dem Niveau von 7,3 festgeschrieben werden. Der einkommensunabhängige Zusatzbeitrag kann zukünftig ohne Einkommensprüfung und in beliebiger Höhe erhoben werden. Derzeit muss bei mehr als 8 Euro Zusatzbeitrag das Einkommen durch die Krankenkassen geprüft werden.
Ein Sozialausgleich für Geringverdiener und Rentner mit kleineren Renten erfolgt über den Arbeitgeber oder die Rentenversicherung. Dieser Sozialausgleich - von dem noch niemand so genau weiß, wie er funktionieren soll - basiert auf einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag, den das Bundesversicherungsamt zu Jahresbeginn errechnet. Er wird gezahlt, sobald die Grenze von 2 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens überschritten wird.
So weit die Fakten. In den Eckpunkten ist auch formuliert, wie zukünftige Defizite in der GKV finanziert werden:"Unvermeidliche Ausgabensteigerungen werden durch Zusatzbeiträge der Versicherten finanziert".
Die Deutsche BKK setzt alles daran, die Belastungen der Versicherten so gering wie möglich zu halten. Schade, dass sich die Regierung den Sparvorschlägen des GKV-Spitzenverbandes nicht anschließen wollte. Ohne Begrenzung der Ausgaben und ohne Hebung der Effizienzreserven im Gesundheitswesen - sei es bei Arzneimitteln, Ärzten oder Krankenhäusern - wird es nicht gehen. Da ist die Politik noch gefordert.
Kommentare zum Beitrag
forstamt
Donnerstag, 22-07-10 18:30
Die Frage der Wirtschaftlichkeit besteht nicht mehr.
Die BRD-Regierung hat erreicht, daß alle Zahlungen nicht mehr direkt an die Kassen gehen, heißt, Gelder stehen den Kassen nicht in dem Sinne zu Verfügung, sondern diese werden zugeteilt.
Warum der Staat massiv und verfassungswidrig in ein soziales System eingreift, daß viele Jahrzehnte
(fast)reibungslos funktionierte, ist recht einfach; die Schuldenpolitk ist der BRD über den Kopf gewachsen, um Mittel freizubekommen ist es daher wichtig auch Gelder für andere Zwecke zur Verfügung stehen zu haben.
Großer Topf- schnelle Bedienung.
Die gesetzlichen Kassen müssen das Spiel mit machen, Staatsauftrag etc.
Das in der BRD einiges im Argen liegt, erkennt jeder schon daran, das innerhalb weniger Monate 6! Minister aufgegeben haben.
Das alles ist nur ein Vorgeschmack, 2011 liegt das sog. "Kassendefizit" bei 11 Milliarden Euro, jährlich steigend.
Wenn ich falsch liegen sollte, dann bitte korregieren sie mich.
Ralf Wunschick
Dienstag, 20-07-10 16:04
Wie wäre es wohl, wenn man die Kassen zu einer wirtschaftlicheren Arbeitsweise bringen würde ? Jede Private Kasse muß so arbeiten, sonst verschwindet sie vom Markt und keinen kümmert´s. Mit der neuen Regelung werden die Versicherten zum "Freiwild" erklärt. Ich hab ein Defizit - sch..egal, der Versicherte gleicht´s dann aus.
Eine auf Dauer ungesunde Entwicklung !!!
forstamt
Freitag, 09-07-10 19:40
Gesundheitsreform - ein schlechter Witz
Nun ist offiziell die Katz aus dem Sack. Aus der groß angekündigten und vom FDP-Gesundheitsminister zu seiner Schicksalsfrage erklärten Gesundheitsreform ist kaum mehr geblieben als eine Beitragserhöhung. Die Beschäftigten, die Versicherungsnehmer als Finanziers der Pharma-Lobby. Was uns hier Merkel und Rösler als großen Wurf verkaufen wollen, ist mieser als ein schlechter Witz. Wir können darüber nicht einmal lachen, weil man uns wieder kräftig zur Kasse bittet.
Schauen wir uns einmal an, was auf uns zurollt. Zum ersten. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung soll zum 1. Januar 2011 von 14,9 auf 15,5 Prozent steigen. Um es "gerecht" zu machen, werden die Arbeiter künftig 8,2 Prozent ihres Bruttolohnes an die Kasse abzuführen haben, die Unternehmer nur 7,3 Prozent. Und alle weiteren Erhöhungen sollen dann ausschließlich von den Versicherten (Arbeitnehmern) über Zusatzbeiträge getragen werden.
Wobei wir beim zweiten Punkt der "Reform" wären. Die Kassen sollen künftig selbst über die Höhe der Zusatzbeiträge entscheiden können. Bisher waren hierbei maximal 37,50 Euro pro Monat möglich. Diese Deckelung der Zusatzbeiträge auf ein Prozent des beitragspflichtigen Brutto-Einkommens wird abgeschafft, sagte Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin. Die Zusatzbeiträge sollen künftig "nur noch in Euro und Cent" und einkommensunabhängig erhoben werden. Zahlt ein Versicherter mehr als zwei Prozent seines Einkommens, greift eine "Überforderungsklausel", d.h. ein aus Steuermitteln finanzierter Sozialausgleich.
forstamt
Freitag, 09-07-10 17:31
Ein guter Artikel, den ich noch ergänze.
2006 WM, alles jubelt schwarz, rot, gelb; oder das was übriggeblieben war. Genau in diesem Moment erfolge eine sog. Abgabenerhöhung.
Die BKK Post oder jetzt Deutsche BBK macht ihre Arbeit, soweit ihr es möglich ist, Hände gebunden und damit abgefunden.
Leider ist der BRD-Bürger zu dumm, um Politik und deren Wirkung zu verstehen, Brot und Spiele reicht bekanntlich aus.
aber die Gesundheit wird nicht teuerer, wird aber gern so verkauft. ansonsten wäre die staatliche Aktivität: Die Arbeitslosenzahlen sinken! Wirtschaft bommt!!,
Nur Augenwischerei, wenn es bergauf gehen sollte, müßten die KK Gewinn erwirtschaften, aber dem ist es nicht so.
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Schlimmer noch, die Beiträge werden erhöht, es lebe die Gehirnwäsche!
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