23.03.2010 Gesundheitsfinanzierung – quo vadis?
Der Unterschied zwischen Plus und Minus liegt an den durch die Krise verursachten geringeren Einnahmen des Fonds, während die Zuweisungen für die Kassen wie geplant flossen. Insgesamt gaben die Kassen knapp 171 Milliarden Euro für medizinische Leistungen für ihre Versicherten aus, dem standen Einnahmen von 172 Milliarden Euro gegenüber. Allerdings müssen die auf den ersten Blick astronomisch erscheinenden Summen in der richtigen Relation betrachtet werden.
Am deutlichsten rückt das Beispiel des AOK-Verbandes die Zahlen ins richtige Licht. Der AOK-Verband erwirtschaftete mit 771 Millionen Euro den deutlichsten Überschuss. Mit insgesamt 23 Millionen Mitgliedern hat die AOK einen Haushalt von 65 Milliarden Euro. Demnach deckt das Plus die Ausgaben von vier Tagen, so erklärt ein Sprecher der Kasse.
Hinzu kommt, dass die Kassen, die einen Überschuss verbuchen konnten, große Teile davon in die für Krankenkassen gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen einzahlen müssen und nicht für medizinische Versorgung verwenden dürfen.
Und die Prognose für 2010 sieht für die gesetzlichen Krankenversicherungen alles andere als rosig aus. Die Ausgaben werden weiter steigen: Die größten Kostenfaktoren sind Krankenhausaufenthalte, ambulante Behandlungen und Arzneimittel. So wird im laufenden Jahr für die GKV – unter Berücksichtigung der Zuschüsse aus Steuermitteln – ein Defizit von vier Milliarden Euro erwartet.
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