23.11.2009 Gesundheitskosten steigen weiter
Ein Faktor für den nicht unerheblichen Kostenanstieg sind die Krankenhäuser. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) betrugen die Kosten der 2 083 Krankenhäuser in Deutschland im Jahr 2008 insgesamt 72,6 Milliarden Euro. Das waren 3,4 Milliarden Euro oder 5% mehr als im Vorjahr. Laut Statistik haben dabei die Personalkosten mit 43,4 Milliarden Euro den größten Anteil (60%) an den Gesamtkosten, die Sachkosten beliefen sich 27,3 Milliarden Euro (knapp 38%). Im Vergleich zu 2007 nahmen die Personalkosten um 3,4% zu, die Sachkosten stiegen mit + 6,3% stärker. Ursachen hierfür waren vor allem die gestiegenen Kosten für Wasser, Energie und Brennstoffe (+ 10,9%) und für Lebensmittel (+ 9,6%).
Die steigenden Kosten für Gesundheitsleistungen machen auch den Kassen zu schaffen. Wurden für GKV-Versicherte in 2007 noch 1908 Euro als Beitragsbedarf angesetzt, sind 2008 im Durchschnitt 2005 Euro. Noch höher ist der Bedarf für chronisch Kranke, die in Disease-Management-Programmen betreut werden (DMP-Versicherte). Hier werden beispielsweise 4851 Euro für einen Typ-2-Diabetiker, 8809 Euro für eine Patientin mit Brustkrebs oder 5248 Euro für einen Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) angesetzt.
Mit den Kosten der Gesundheitsversorgung erhöht sich auch das Umverteilungsvolumen des Risikostrukturausgleichs (RSA) der Krankenkassen. Wie das Bundesversicherungsamt mitteilte, ist dieses Volumen allein im vergangenen Jahr um 1,15 Milliarden Euro auf 19,65 Milliarden Euro gestiegen. Laut aerztzeitung.de ist der „mit Abstand größte Empfänger im Kassenausgleich die AOK mit 15,1 Milliarden Euro.
Wer oder was die Kosten treibt, dafür haben Patientenverbände, Kassen, Ärzte und Krankenhäuser jeweils andere Erklärungen. Aus Sicht der Krankenkassen ist es wichtig, die Ausgabenseite in den Blick zu nehmen, so die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes Dr. Doris Pfeiffer. „Angesichts der schwierigen Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen die Einnahmen der Pharmaindustrie, der Krankenhäuser und der Ärzte nicht ungebremst steigen.“
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