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07.09.2009 Wenn’s drauf ankommt: Deutsche BKK kümmert sich verstärkt um Kranke

Rubrik: Leistungen

„Wenn’s drauf ankommt, zählt nur die Leistung.“ Unter diesen Leitgedanken stellt die Deutsche BKK ihren Versorgungsauftrag. Aber wann kommt es drauf an? Achim Kolanoski, Vorstandsvorsitzender der Deutschen BKK, erklärt, was gemeint ist.

Frage: Herr Kolanoski, warum hat sich die Deutsche BKK für diese Strategie entschieden?

Achim Kolanoski: Das deutsche Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt. Doch unsere Gesellschaft wird immer älter, der medizinische Fortschritt immer teurer. Es ist nicht mehr alles finanzierbar. Deshalb haben wir uns die Frage gestellt: Wie handelt eine verantwortungsvolle Krankenkasse in diesen Zeiten? Und wir haben uns daran erinnert, was das Wort Krankenkasse eigentlich bedeutet: für die Kranken da zu sein. Wir finden es wichtig, dass unsere Versicherten im Krankheitsfall die passende Versorgung bekommen.

Frage: Warum haben Sie bei Präventionskursen und Bonus gekürzt? Prävention ist doch etwas Gutes?

Achim Kolanoski: Auf jeden Fall. Prävention ist wichtig und richtig. Die Frage ist nur, ob es okay ist, einem Versicherten einen Kurs großzügig zu bezuschussen, wenn man dafür anderen eine Therapie ablehnen muss. Unser Zuschuss zu Gesundheitskursen war immer weitaus höher als bei vielen anderen Kassen. Wir haben in der Vergangenheit die üblichen Ausgaben für Prävention um mehr als das Doppelte überschritten. Im Rahmen unserer strategischen Neuausrichtung führen wir diese Kosten nun auf ein angemessenes Maß zurück. Der jetzige Zuschuss von 95 Prozent der Kurskosten bis zu einem Höchstbetrag von 75 Euro kann sich immer noch sehen lassen. Wir stehen damit sogar besser da als andere große Kassen. Interessanterweise haben bereits erste Anbieter die Kursgebühren gesenkt, damit unseren Versicherten keine Nachteile entstehen.

Frage: Was bedeutet das für die Versicherten? Wird jetzt an allem gespart?

Achim Kolanoski: Im Gegenteil. Wir sparen nicht, wir setzen das Geld nur woanders ein. Die Deutsche BKK investiert in medizinische Versorgung und in die Früherkennung von Krankheiten. Wir testen bereits an ausgewählten Standorten exklusive Angebote für unsere Versicherten. Zum Beispiel den kostenlosen HPV-Test als Pilotprojekt. Das ist einmalig in Deutschland. Und wir haben damit, gemeinsam mit den Wolfsburger Frauenärzten und dem Klinikum Wolfsburg, bereits Leben gerettet. Darauf kommt es doch an! Ein anderes Beispiel ist das Cyberknife in München, das unseren Versicherten kostenlos zur Verfügung steht. Mit modernster Technik werden Tumoren an schwer erreichbaren Stellen bestrahlt, die man sonst nicht behandeln könnte.

Frage: Aber was ist mit den Leuten, die gar nicht krank sind? Die haben dann gar nichts von ihrer Krankenkasse?

Achim Kolanoski: Doch, natürlich. Kurse und Bonus gibt es weiter und wird es weiter geben. Nur unser Schwerpunkt hat sich verlagert. Die Krankenversicherung ist eine Solidargemeinschaft. Das heißt, jeder Versicherte zahlt in einen großen Topf ein. Und wenn jemand krank wird, werden seine Behandlungskosten aus diesem Topf bezahlt. Es ist also nicht so, dass jeder sein eigenes Konto hat, auf das er einzahlt für später. So würde das nicht funktionieren. Und wenn wir ehrlich sind, kann jeder von uns krank werden, egal in welchem Alter. Wir verdrängen das nur gern, das ist ja auch menschlich. Aber wenn es passiert, dann soll der Patient auch die für ihn passende Versorgung bekommen.

Frage: Und wie soll das aussehen?

Achim Kolanoski: Unser Gesundheitssystem ist sehr gut, aber es hat eine große Schwäche. Niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker und andere Heilberufler arbeiten nicht Hand in Hand. Das ist ein Fehler im System, für den der Einzelne nichts kann. Uns geht es darum, diese Schnittstellen zu verbessern. Dadurch verhindern wir, dass Patienten über-, unter- oder fehlversorgt werden. Für den Patienten und seine Angehörigen wird es leichter, sich im System zurechtzufinden. Und es wird Geld gespart, das wieder in die medizinische Versorgung gesteckt werden kann. Ganz konkret: Die Deutsche BKK startet ein Pilotprojekt in Wolfsburg und Braunschweig namens „Ihr Gesundheitsassistent“. Diese Gesundheitsassistenten werden in den Krankenhäusern als Ansprechpartner der Deutschen BKK zur Verfügung stehen. Sie halten Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten, organisieren den Übergang zur Reha usw. Wir haben auch spezielle Untersuchungen für chronisch Kranke wie Diabetiker, Asthmatiker und Herzkranke entwickelt, die es nur bei der Deutschen BKK gibt.

Frage: Haben Sie keine Angst, dass Versicherte wegen der Satzungsänderungen kündigen werden?

Achim Kolanoski: Ich denke, dass auch die Versicherten sich die Frage stellen werden: Worauf kommt’s mir an? Bin ich nur bei meiner Krankenkasse wegen dem hohen Bonus oder dem hohen Kurszuschuss? Oder bin ich dort, weil ich weiß, dass ich mich auf die Deutsche BKK verlassen kann, wenn ich mal krank bin. Dass ich dort bessere Leistungen bekomme, wenn’s drauf ankommt. Und dass die Krankenkasse mit meinen Beiträgen verantwortungsvoll umgeht. Denn es ist doch so: Ob ich wirklich eine gute Krankenkasse habe, merke ich erst, wenn ich krank bin. Ich denke, unsere Versicherten sind kritisch genug, um sich dazu ihre eigene Meinung zu bilden.


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